Wie ich mit dem Tod meiner Mutter umgehe

11. November 2025 by Nadja Sonnenschein0
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Wenn die Seele loslässt – Mein Weg durch die Trauer

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
– Antoine de Saint-Exupéry

Vor kurzem ist meine Mutter gestorben. Obwohl sie schon länger krank war, kam der Anruf, dass sie nun wirklich gegangen ist,
wie ein Schlag. Man weiß, dass es irgendwann passiert und doch trifft es mitten ins Herz.
In den ersten Tagen war da nur Leere. Ich habe funktioniert, war ruhig, tat, was getan werden musste. Doch innerlich war alles still. Kein Wort, kein Gedanke nur Stille. Mit der Zeit habe ich begonnen, meine eigenen Methoden zu nutzen, um Schritt für Schritt wieder ins Fühlen zu kommen.
Heute möchte ich teilen, was mir hilft, vielleicht kann es auch anderen Trost schenken.

in der Kabbala hatte meine Mutter viele 1er-Energien:  das „Schwert“, das für Willenskraft, Mut und Entschlossenheit steht. Sie war eine Kämpferin. Jemand, der nie aufgegeben hat, der sich dem Leben gestellt hat, mit all seinen Höhen und Tiefen. Diese Stärke, die sie in sich trug, durfte ich in den letzten Jahren noch einmal auf eine andere Weise sehen: nicht mehr als Kampf, sondern als das tiefe Ringen einer Seele, die langsam loslässt.

Ich erlaube mir, zu fühlen

Trauer ist nichts, das man „bewältigt“. Sie ist eine Welle, die kommt und geht, manchmal sanft, manchmal überwältigend.
Ich versuche, ihr Raum zu geben. Sie nicht wegzudrücken, sondern ihr zuzuhören.

Früher habe ich Emotionen oft analysiert oder kontrolliert. Diesmal lasse ich sie einfach da sein. Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Liebe, alles darf Raum bekommen. Ich weine, wenn die Tränen kommen und ich halte inne, wenn mein Körper Ruhe braucht.

Ich nutze die Kinesiologie, um den Körper zu entlasten

Trauer sitzt tief im Körper. Oft spüre ich sie als Enge im Brustraum oder als Druck im Solarplexus. Mit sanften kinesiologischen Balancen helfe ich meinem System, diese Anspannung zu lösen. So kann der Körper das loslassen, was zu schwer geworden ist  und wieder in seinen natürlichen Fluss kommen.
Manchmal teste ich auch Affirmationen, um meinen Körper daran zu erinnern, dass es sicher ist zu fühlen.

„Ich darf traurig sein und ich darf leben.“

Craniosacrale Stille

In der Craniosacralen Arbeit finde ich Halt, im wahrsten Sinne des Wortes.
Diese feine, stille Form der Berührung schenkt mir Momente, in denen mein Nervensystem loslassen darf.
In dieser Stille spüre ich manchmal ihre Nähe ganz deutlich, nicht als Schmerz, sondern als sanfte Präsenz.

Ich arbeite mit dem, was ihr Kabbala-Chart zeigt

Die Kabbala schenkt mir einen größeren Blick. Wenn ich auf ihr Geburtschart schaue, erkenne ich Themen, die sie in diesem Leben bewegen sollten und vieles davon durfte sie vollenden.  Das Wissen um diese Energie hilft mir, sie zu verstehen: ihre Stärke, ihre Eigenheit, ihr Feuer. Und es hilft mir, Frieden zu schließen, mit ihr, mit unserer Geschichte, mit dem, was war.

Ich löse Themen, die sich jetzt zeigen

Wenn ein Mensch geht, tauchen oft alte, unerlöste Themen auf. Ich nutze Kinesiologie, um diese Muster sanft zu lösen.  Glaubenssätze wie „Ich darf nicht schwach sein“ oder „Ich muss alles allein schaffen“. In dem Moment, in dem ich sie erkenne und loslasse, entsteht Platz für Liebe, Dankbarkeit und inneren Frieden.

 

Ich denke an die schönen Momente mit ihr

Wenn der Schmerz zu groß wird, hilft mir kein Spaziergang, kein Rückzug, sondern das bewusste Erinnern. Ich rufe mir Momente ins Gedächtnis, in denen wir gemeinsam gelacht haben, Ich erinnere mich an Ihre  Stimme, ihre typische Art, Dinge zu sagen. Ich sehe sie vor mir, wie sie mit funkelnden Augen von früher erzählt und spüre, dass diese Erinnerungen bleiben.

Trauer bedeutet für mich, die Liebe in eine neue Form zu bringen. Nicht das Loslassen von ihr, sondern das Bewahren des Schönen in mir.
Diese inneren Bilder sind wie kleine Lichter, die mir helfen, den Schmerz zu halten, bis er sich in Dankbarkeit verwandelt.

Ich gebe der Trauer Zeit

Es gibt kein richtig oder falsch, kein „nach drei Wochen sollte es vorbei sein“. Trauer hat ihren eigenen Rhythmus. Manchmal fühle ich mich ruhig und klar und am nächsten Tag bricht alles wieder auf. Ich habe gelernt, mich nicht dagegen zu wehren. Jeder Tag ist ein Teil des Weges und jeder Schritt bringt mich ein Stück näher an Frieden.

Ich bleibe verbunden

Ich spreche mit ihr. Nicht laut, aber in Gedanken. Ich erzähle ihr, was passiert, was mich bewegt. Manchmal spüre ich ihre Antwort als inneres Lächeln,
manchmal einfach als Wärme im Herzen. Diese Verbindung ist für mich real, sie zeigt mir, dass Liebe den Tod überdauert.

Ich begleite mich selbst mit dem, was ich auch anderen weitergebe

Alles, was ich in meiner Praxis lebe: das Loslassen, die Entspannung, das liebevolle Innehalten, darf jetzt für mich selbst da sein. Ich nutze dieselben Werkzeuge, die ich in meiner Arbeit weitergebe, um Halt zu finden. So wird meine eigene Heilung auch zu einer stillen Erinnerung daran, dass wir immer wieder ins Licht zurückfinden können.

Für dich, wenn du trauerst

Wenn du selbst gerade jemanden verloren hast, möchte ich dir sagen: Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg zu trauern. Manchmal braucht es Stille, manchmal Tränen, manchmal Lachen. Manchmal auch einfach jemanden, der zuhört.

Vielleicht helfen dir diese kleinen Schritte:

  • Atme bewusst. Lege deine Hand auf dein Herz, spüre, dass es schlägt.

  • Führe ein kleines „Erinnerungsritual“ ein: eine Kerze, ein Spaziergang, ein Lied.

  • Erlaube dir, Hilfe anzunehmen.

  • Vertraue darauf, dass die Verbindung bleibt,  nur in einer anderen Form.

Der Tod meiner Mutter hat mir gezeigt, dass Trauer kein Ende hat, sie verändert sich, genau wie wir. Wenn ich ihr Raum gebe, wandelt sie sich langsam in Liebe, Dankbarkeit und Frieden. Vielleicht ist das der größte Trost: Dass jede Träne auch ein Ausdruck von Liebe ist.



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Ich bin Nadja, diplomierte Craniosacralpraktikerin, Kinesiologin und integrative Ernährungsexpertin.
Meine Arbeit basiert auf der Überzeugung, dass Heilung Zeit, Achtsamkeit und ganzheitliches Verständnis braucht.
Im Blog teile ich Wissen und Impulse aus meiner Praxis, zu Cranio, Kinesiologie, Kabbala und Ernährung.
Darüber hinaus begleite ich Menschen in
Kochworkshops sowie in den Kursen Kineoskills und Cranio trifft Kinesiologie.

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