Bin ich eine schlechte Mutter? Mein Baby schreit so oft

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Ich habe versucht alles richtig zu machen und trotzdem weint mein Baby. so oft. Anscheinend bin ich nicht gut genug. Ich habe versagt. Manchmal habe ich den Wunsch das Kind zurückzugeben… Diese und ähnliche Sätze habe ich schon oft von Müttern gehört und auch ich hatte bei meinem ersten Kind sehr oft solche Gefühle.

Und nein, man ist keine schlechte Mutter, wenn das Kind weint und auch nicht, wenn man nicht immer alle Bedürfnisse sofort stillen kann.

  • Vergiss nicht, dass Dein Kind Teil einer Familie ist. Dein Kind hat, meistens, einen Vater, Großeltern, Tanten, Onkel und eben auch eine Mama. Aber nicht nur eine Mama. All diese Personen sind Teil des Kindes und gehören zu ihm und daher ist es keine Schande, dass auch diese Menschen Zeit mit dem Kind verbringen und sich um den Zwerg kümmern. Du selbst kannst diese Zeit für dich nutzen, um ein wenig durchzuatmen. Mach nicht den Fehler, den ich beim ersten Kind gemacht habe, dass du diese Pausen dann für Hausarbeit nutzt.
  • Tausch dich mit Gleichgesinnten aus, so wirst du erkennen, dass viele Mütter ähnliche Themen haben, und ihr könnt euch gegenseitig unterstützen
  • Glaube nicht alles, was dir erzählt wird. Meine Schwiegermutter hat mir z.B. gesagt, dass ihre Kinder ab der Geburt durchgeschlafen hätten. Auf weitere Nachfragen hat sie gemeint, dass sie natürlich mehrmals pro Nacht aufstehen, musste
  • Professionelle Hilfe zu suchen ist keine Schande. Wenn du merkst, es geht dir psychisch schlecht, kann z.B. eine Gesprächstherapie sehr heilsam sein.

Immer wieder kommen Mamas zu mir in die Praxis, um ihre Babys von mir behandeln zu lassen. Ich weiß, auch bedingt durch meine eigene Geschichte, dass es wichtig ist, dass sich beide entspannen.

Gehts der Mama gut, gehts dem Kind gut!

Meine Geschichte

Der kleine Schreihals

2001 habe ich mein erstes Kind geboren. Damals habe ich in einem Baby-Buch gelesen, dass Neugeborene 20 Stunden schlafen und 4 Stunden wach sind. Mein Sohn hat dieses Buch leider nicht gelesen und gefühlt 20 Stunden geweint und 4 Stunden geschlafen. Ich wurde von Woche zu Woche verzweifelter und habe versucht, all die guten Tipps, die von außen kamen, umzusetzen.

  • Ich habe literweise Fencheltee getrunken und auf alle blähenden Lebensmittel verzichtet.
  • Ich habe ihn stundenlang in der „antiblähenden Haltung“ herumgetragen – im Fliegergriff: Da liegt das Baby in Bauchlage am Unterarm und das Köpfchen in der Handfläche.

    Der „Fliegergriff“
  • Ich habe ihn gepuckt- – beim Pucken wird das Baby wie eine kleine Frühlingsrolle in ein Tuch gewickelt, das soll beruhigend wirken und ein Gefühl der Geborgenheit fördern.
mein gepucktes Baby
  • Ich habe einen Baby-Massage-Kurs gebucht und fleißig massiert
  • Die Kinderärztin hat Kümmelzäpfchen und Tropfen verschrieben.
  • Lass ihn doch einfach schreien; das konnte nicht. Ich habe ihn niemals allein gelassen, konnte ihn nicht einfach schreien lassen. Auch am Klo und beim Duschen war er mit dabei
  • ich habe ein Tragetuch gekauft und ihn herumgetragen

…aber der Kleine hat gebrüllt.

Baden mochte er

Bei einem Babytreffen wurde mir empfohlen, mit ihm zu einer Craniosacralen Behandlung zu gehen, um ein etwaiges Geburtstrauma zu lösen. Ich hatte bis dahin noch nie von Cranio gehört, da wir aber eine sehr traumatische Geburt hatten, bin ich dann trotzdem, wenn auch etwas skeptisch, zu einer Craniosacralen Behandlerin gegangen und siehe da, er hat sich dort sofort entspannt. Am folgenden Morgen bin ich um 6 Uhr aufgewacht und war gleich panisch, dass meinem Kind etwas passiert sein musste, denn ich konnte die ganze Nacht durchschlafen. Ich habe neben mich in seine Wiege geschaut und zum Glück lag er friedlich schlafend darin. Nach fast 4 Monaten voller unruhigen Tagen und Nächten hat er durchgeschlafen, und er ist bis heute ein sehr ausgeglichener Mensch.

Beim zweiten Cranio-Termin hat mich die Behandlerin angesehen und gemeint: „Dem Kind geht es gut, aber was ist mit Ihnen?“ Das hat mich richtig wachgerüttelt, ich hatte mich selbst total vergessen.

unser 1. Weihnachten

Der „schiefe Riese“

2006 kam mein zweiter Sohn zur Welt, ich hatte mich schon geistig auf anstrengende Monate eingestellt, doch er war ein, von Anfang an, total entspanntes Kind. Er viel geschlafen und ist immer fröhlich glucksend aufgewacht. Mein kleiner Riese wog bei seiner Geburt fast 5 Kilo und war 54 cm groß. Durch seine Größe hatte er wohl etwas wenig Platz in meinem Bauch und konnte daher seinen Kopf nur in eine Richtung drehen. Das war vor allem beim Stillen eine Herausforderung, rechts war kein Problem, aber links musste ich ihn von hinten unter meine Achsel klemmen. Also bin ich mit ihm bereits einige Tage nach der Geburt zu meiner Cranio-Behandlerin gegangen und das Problem war schnell gelöst. Und diesmal habe ich mich auch gleich behandeln lassen.

Brüder

Meine Kinder waren also der Grund, dass ich mich nach der Karenzzeit beruflich völlig umorientiert habe und von 2010-2013 die Ausbildung zur Craniosacralen Biodynamikerin absolviert habe.

In meiner Praxis behandle ich Babys (und ihre Mamas) gleich nach der Geburt, aber auch Kinder jeden Alters. Je früher man mit der Behandlung beginnt, umso schneller stellen sich natürlich auch erfolgreiche Ergebnisse ein.

Zum Abschluss noch eine Geschichte aus meiner Praxis zu Thema: „Meinem Kind geht es schlecht, weil ich wieder arbeite“

Vor einiger Zeit war eine Familie mit ihrem 10 Monate altem Sohn bei mir in der Praxis. Total liebevolle Eltern mit einem sehr grantigen Kind. Sie waren verzweifelt, weil er so unausgeglichen, unentspannt und unzufrieden war. Die Mutter hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen, weil sie wieder stundenweise zu arbeiten begonnen hat und das Baby in der Zeit von den Großeltern betreut wird. Ich habe dann festgestellt, dass sein Bauch ganz hart war und gefragt, wie oft er in seine Windeln gackst- ca. einmal in der Woche. Kein Wunder, dass der kleine Mann so schlecht drauf war. Durch craniosacrale Griffe hat der Kleine dann das aktuelle Problem lautstark und duftend verrichtet. Ich habe ihnen dann noch Ernährungstipps mitgegeben. Eine Woche später kam die Familie wieder zu mir, vor Glück strahlend, mit einem fröhlichen, richtig wesensveränderten Kind zu mir. Ich habe dann noch einen Termin nur mit der Mutter vereinbart, um auch ihre Blockaden zu lösen.


6 comments

  • Hilke Barenthien

    10. Juni 2024 at 9:09

    Liebe Nadja, herzlichen Dank für diesen Artikel. Ich habe vor her noch nie was von Craniosacraler Behandlung gehört. Mein Töchterchen war auch so ein Neugeborenes, welches in der Baby-Schule jede Stunde geschwänzt hat. Es gab Tage an denen ich 10.000 Schritte im Wohnzimmer geschafft habe. Klar, waren wir auch draußen. Das Wetter war nicht für lange Spaziergänge geeignet und der große Bruder hatte da keinen Bock drauf. Hätte ich da mal früher von gehört!

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    • Nadja Sonnenschein

      10. Juni 2024 at 13:27

      Hallo Hilke, vielen Dank für deinen Kommentar! Es freut mich sehr, dass dir mein Beitrag gefällt. Falls du oder jemand in deinem Bekanntenkreis noch ein Baby bekommen, wisst ihr nun, wo ihr euch Hilfe suchen könnt 🙂

  • Anke Cras

    17. Juni 2024 at 8:34

    Liebe Nadja!
    Ich war mit meinem Sohn auch bei einer Therapie. Nur einmal und es war sofort besser. Meine Kinderärztin hatte mich dorthin geschickt. Ich weiß den Grund nicht mehr, aber ich denke, dass es eine cranio-sacrale Therapie war. Für mich hätte ich mir damals auch eine solche Therapie – nur für mich als Mama – gewünscht.
    Liebe Grüße
    Anke

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    • Nadja Sonnenschein

      17. Juni 2024 at 8:56

      Liebe Anke, wahrscheinlich war es Cranio. Tut jedem Kind nach der Geburt gut, auch wenn es keinen offensichtlichen Grund gibt. Ich behandle immer auch die Mütter. Vielleicht hast du jemanden in der Nähe und probierst es mal aus? Du wirst sehen, es ist so fein, dass es fast süchtig macht 😉
      Liebe Grüsse Nadja

  • Liebe Nadja,
    ich hatte zwar „zum Glück“ kein Schreikind, aber auch ich war mit meiner ältesten Tochter mehrmals bei der Cranio, weil sie sich nicht drehen „wollte“, und es hat ihr wunderbar geholfen. Ich selber habe mir dann auch einige Anwendungen „gegönnt“ und auch mir hat es sehr gut getan. Ich glaube, dass leider immer noch viel zu wenige Menschen diese Art der Therapie kennen, daher hat es mich richtig gefreut, hier etwas dazu zu lesen. (Und natürlich auch, dass es auch Euch geholfen hat!) 🙂

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    • Nadja Sonnenschein

      24. Juni 2024 at 14:06

      Liebe Jessica, schön zu lesen, dass Cranio dich und deine Familie schon so gut unterstützen konnte. Wie du geschrieben hast, kennen noch viele Menschen diese großartige Arbeit nicht, aber sie wird doch immer bekannter 🙂

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